Zwei Meldungen zu EDIS

Zwei Meldungen zu EDIS

Liebe Leser, liebe Unterstützer von stoppt-edis.de,

vergangene Woche habe ich zwei wichtige Meldungen im Zusammenhang mit der Einführung von EDIS gelesen. Zum einen hat das Institut der deutschen Wirtschaft in Köln eine Studie zu notleidenden Krediten in der Eurozone veröffentlicht:

https://www.iwkoeln.de/studien/iw-reports/beitrag/markus-demary-tackling-non-performing-loans-in-the-euro-area.html

Auch die Presse hat die Ergebnisse der Studie aufgegriffen, etwa das Handelsblatt:

http://www.handelsblatt.com/politik/international/studie-einlagensicherung-kann-das-europaeische-finanzsystem-nicht-staerken/21234058.html

Der Autor, Markus Demary, kommt zu dem Ergebnis, dass notleidende Kredite (NPL, non-performing loans) in etlichen Staaten nach wie vor ein substanzielles Problem darstellen. Vor allem zeigt er, dass die jüngsten Verbesserungen in diesem Bereich vor allem auf Banken mit moderaten Beständen an notleidenden Krediten zurückzuführen waren, während Banken mit ohnehin hohen Beständen an notleidenden Krediten nicht zur Verbesserung der Situation beigetragen haben – im Gegenteil. Demary schlägt dann explizit den Bogen zu EDIS und warnt, dass dessen Verwirklichung bei der aktuellen sehr ungleichen Verteilung von Risiken aufgrund dieser notleidenden Kredite der Verwirklichung eines Transfersystems gleichkäme.

Zum anderen ist am Montag ein Artikel in der Print-Ausgabe der FAZ erschienen, der den Widerstand der Slowakei gegen EDIS zum Thema hatte. Der slowakische Finanzminister Peter Kažimír wird darin zitiert, dass der Slowakei bei ihrer Finanzkrise Anfang der 2000er niemand geholfen habe. Die Slowakei musste sich selber helfen und hat die Krise letztlich aus eigener Kraft überwunden. Deshalb steht Kažimír jetzt auch EDIS kritisch gegenüber. Genau wie Demary sieht er die Gefahr von Transfers durch EDIS. Diese würden an den fundamentalen Problemen wenig bis nichts ändern (im Gegenteil) und stattdessen fatale Fehlanreize setzen. Umso wichtiger ist es, dass die designierten Zahlmeister ihre Opposition gegen EDIS deutlich machen, nachdem die Signale der Bundesregierung – wahrscheinlich vor allem Macron zuliebe – zuletzt recht uneindeutig waren.

Es grüßt Sie herzlich,

Ihr Nicolas Afflatet

About The Author

Dr. Nicolas Afflatet arbeitet als volkswirtschaftlicher Assistent im Europäischen Parlament in Brüssel. Von 2004 bis 2016 diente er als Offizier in der Luftwaffe. Er studierte Volkswirtschaftslehre an der Helmut-Schmidt-Universität in Hamburg und an der Université de Bretagne-Sud in Vannes, Frankreich. An der Helmut-Schmidt-Universität promovierte er auch mit einer Arbeit über die deutsche Schuldenbremse. Ein Forschungsaufenthalt führte ihn außerdem an die University of Strathclyde in Glasgow, Schottland.