EDIS und die neue italienische Regierung

EDIS und die neue italienische Regierung

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die neue italienische Regierung ist in aller Munde. Zurecht, denn in Italien könnte sich in den kommenden Monaten das Schicksal der Eurozone entscheiden. Eine reformresistente Regierung, gepaart mit dem vierthöchsten Schuldenberg weltweit, stellen eine explosive Mischung dar. Selbst Griechenland, das 2015 einen Anteil von 1,7% an der Wertschöpfung der Eurozone hatte, haben die Euro-Retter nicht fallengelassen. Das werde sie bei Italien mit einem Anteil von über 15% sicher auch nicht. Das hat wichtige politische Implikationen, möglicherweise auch für EDIS.

Durch die Rettungspolitik ist die deutsche Regierung in hohem Maße erpressbar geworden. Wenn Italien glaubwürdig mit einem Staatsbankrott oder Euro-Austritt droht, werden ihm die übrigen Euro-Staaten sehr wahrscheinlich in irgendeiner Weise entgegenkommen. Einen Vorgeschmack gab es schon, als während der Koalitionsverhandlungen durchgesickert war, dass sie von der EZB einen Schuldenschnitt in Höhe von 250 Milliarden Euro fordern. Zwar wurden die Forderungen allenthalten abgelehnt, aber das war sicher nur der Anfang.

Letzten Sonntag ist die Bundeskanzlerin schon einen großen Schritt auf den französischen Staatspräsidenten Emmanuel Macron zugegangen, indem sie ein grundsätzliches Einverständnis für einen gemeinsamen Eurozonen-Haushalt abgab. Um der italienischen Regierung entgegenzukommen, könnte sie künftig beim Thema Einlagensicherung Zugeständnisse machen. Immerhin würde Italien mit seinen hohen Beständen an notleidenden Krediten hiervon besonders profitieren.

Spekulation oder realistisches Szenario? Ich bin von letzterem überzeugt.

Es grüßt Sie herzlich

Ihr Nicolas Afflatet

About The Author

Dr. Nicolas Afflatet arbeitet als volkswirtschaftlicher Assistent im Europäischen Parlament in Brüssel. Von 2004 bis 2016 diente er als Offizier in der Luftwaffe. Er studierte Volkswirtschaftslehre an der Helmut-Schmidt-Universität in Hamburg und an der Université de Bretagne-Sud in Vannes, Frankreich. An der Helmut-Schmidt-Universität promovierte er auch mit einer Arbeit über die deutsche Schuldenbremse. Ein Forschungsaufenthalt führte ihn außerdem an die University of Strathclyde in Glasgow, Schottland.