Atempause

Atempause

Liebe Leser, liebe Unterstützer von stoppt-edis.de,

gestern und vorgestern wurde beim Treffen der Finanzminister der Eurozone die nächste Reform beschlossen. Die Debatte drehte sich hauptsächlich um die fiskalische Letztsicherung für den Bankenabwicklungsfonds (SRF) und einen möglichen Eurozonenhaushalt. Nebenbei ging der Vorsitzende der Eurogruppe, Mário Centeno, aber auch auf EDIS ein.

Die positive Nachricht: Es gab keine Einigung dazu. Seit drei Jahren wird zwar über und an EDIS und möglichen Optionen verhandelt und gewerkelt, aber der finale Durchbruch steht aus. Es scheint, als wäre das Vorhaben dieses Mal von Deutschland und den Niederlanden blockiert worden. Deshalb soll nun erneut eine Arbeitsgruppe eingerichtet werden (Wenn du nicht mehr weiter weißt,…). Diese soll im Juni des nächsten Jahres ihre Ergebnisse zu möglichen weiteren Schritten vorlegen.

EDIS wird also fürs erste nicht realisiert. Tot ist das Projekt deshalb aber längst nicht. Die Länder, die davon profitieren würden, werden weiter auf die Realisierung drängen. Wenn die Altlasten in den Bankensystemen der Krisenstaaten in ausreichendem Maße abgebaut wurden, wird wohl auch Deutschland einwilligen, die vermeintlich unvollständige Bankenunion um eine gemeinsame Einlagensicherung zu erweitern.

Es grüßt Sie herzlich

Ihr Nicolas Afflatet

 

About The Author

Dr. Nicolas Afflatet arbeitet als volkswirtschaftlicher Assistent im Europäischen Parlament in Brüssel. Von 2004 bis 2016 diente er als Offizier in der Luftwaffe. Er studierte Volkswirtschaftslehre an der Helmut-Schmidt-Universität in Hamburg und an der Université de Bretagne-Sud in Vannes, Frankreich. An der Helmut-Schmidt-Universität promovierte er auch mit einer Arbeit über die deutsche Schuldenbremse. Ein Forschungsaufenthalt führte ihn außerdem an die University of Strathclyde in Glasgow, Schottland.