EDIS kurz erklärt

Was ist EDIS?

Mit dem Akronym EDIS (European Deposit Insurance Scheme) möchte die Europäische Kommission ein Einlagensicherungssystem für die gesamte Eurozone einführen. Einlagensicherungssysteme werden mit den Beiträgen von Banken finanziert. Im Fall einer Insolvenz einer Bank garantieren sie die Einlagen der Kunden. Auf diese Weise soll verhindert werden, dass in Krisensituationen Bankkunden in großer Zahl ihre Guthaben abheben. Dies würde ähnlich einer selbsterfüllenden Prophezeiung zum Zusammenbruch der Bank führen, selbst wenn diese eigentlich gesund ist.
Bei einem europäischen Einlagensicherungssystem würden alle Banken eurozonenweit in einen gemeinsamen Fonds einzahlen, der dann im Insolvenzfall für die Guthaben aller Bürger der Eurozone einspringen würde. Der Vorteil einer solchen Lösung liegt

darin, dass Ressourcen zusammengeführt werden und ein großer Fonds geschaffen wird, der glaubhaft Einlagen garantieren kann. Zudem trägt er zur Risikodiversifikation bei, weil die Risiken durch den Zusammenschluss auf mehr Länder verteilt werden. Probleme treten aber dann auf, wenn mehrere große Banken in mehreren Staaten betroffen sind, denn dafür reicht das Volumen von EDIS nicht aus. Was passiert, wenn die Mittel erschöpft sind, ist noch nicht klar. Im schlimmsten Fall dürften die Steuerzahler für die Banken der Eurozone haften.
Hinzu kommt, dass EDIS Anreize schafft, höhere Risiken einzugehen und Banken in den Mitgliedsstaaten weniger streng zu regulieren. Problematisch ist auch, dass die Bankensysteme in der Eurozone bislang unterschiedlich stabil und somit die Risiken für Bankenkrisen unterschiedlich hoch sind.

Somit steigt die Wahrscheinlichkeit, dass solide Bankensysteme für unsolide haften. Deshalb sollen Beiträge von den Banken gemäß dem Versicherungsprinzip ihr Risiko wiederspiegeln, doch steht zu befürchten, dass hier politisch Einfluss genommen wird, um schwache Bankensysteme gezielt zulasten der stärkeren zu stützen.
Zuletzt muss eingebracht werden, dass EDIS selber zu Bankenkrisen beitragen kann. Wenn die geringen Mittel von EDIS erschöpft sind, können Bankkunden von eigentlich stabilen Banksystemen den Eindruck gewinnen, ihre Einlagen wären nicht mehr sicher, weil die Mittel der Einlagensicherung aufgebraucht sind. Sie würden dann bei ihrer Bank ihre Guthaben abheben und so eine Bankkrise auslösen, obwohl das Bankensystem völlig gesund ist.

Mehr erfahren
  • Idee: Schrittweise Ablösung der nationalen Einlagensicherungssysteme durch ein europäischen Einlagensicherungssystem
  • Schutz gegen Bankrun
  • Banken zahlen in einen eurozonenweiten Sicherungsfonds ein
  • Vorteile: Poolen der Ressourcen und Risikodiversifikation
  • Geplante schrittweise Überführung in drei Phasen (s.u.)
  • Eigenmittel von EDIS: 0,8% der versicherten Einlagen
  • Banken sollen gemäß dem Versicherungsprinzip Beiträge leisten
  • Einlagen reichen aus, um Einlagen von mehreren kleinen Banken in mehreren Ländern oder von mehreren großen Banken in einem Land zu decken, aber nicht, um die Einlagen von mehreren großen Banken in mehreren Ländern zu decken
  • Es ist unklar, was geschieht, wenn EDIS das Geld ausgeht
  • Kritikpunkte
    • Risikoadjustierte Beiträge sind schwierig zu berechnen und manipulierbar
    • Unerwünschter Umverteilungsmechanismus von soliden zu unsichereren Bankensystemen
    • Endogene Bankenkrise: EDIS selber kann Auslöser für Bankenkrisen sein
    • Unklare Folgen im Falle einer Erschöpfung von EDIS
    • Gefahr einer lascheren Bankenregulierung

Die geplanten Schritte zur Einführung von EDIS

Legislativer Prozess

Beschluss von EDIS im Europäischen Parlament

Stufe 1

Rückversicherung

Stufe 2

Ko-Versicherung

(geplant ab 2020)

Stufe 3

Vollversicherung

(geplant ab 2024)

Wie lässt sich EDIS verhindern?

Noch lässt sich EDIS verhindern. Informieren Sie Freunde, Bekannte und auch Politiker anderer Parteien über diese Seite. Rufen Sie dazu auf, Infos zur geplanten Europäischen Einlagensicherung und deren negativen Folgen für unser Land weiter zu tragen. Unterstützen Sie unsere Petition gegen EDIS.

Petition gegen EDIS

Bitte verhelfen Sie unserer Petition zum Erfolg!

Anteil notleidender Kredite in Ländern der Eurozone

Viele Banken in Europa sind hoffnungslos überschuldet, da sie einen zu großen Anteil notleidende Kredite in ihrer Bilanz stehen haben. Das sind solche Kredite, die vom Kreditnehmer nicht mehr bedient werden können, also auch keine Zinsen mehr bezahlt werden. Welche Länder die größten Probleme haben, sehen Sie in den folgenden Charts

45,9%
Griechenland
44,8%
Zypern
19,5%
Portugal
15,3%
Italien
45,9%
Griechenland
44,8%
Zypern
19,5%
Portugal
15,3%
Italien
14,4%
Slowenien
13,6%
Irland
5,7%
Spanien
2,5%
Deutschland
14,4%
Slowenien
13,6%
Irland
5,7%
Spanien
2,5%
Deutschland

Standpunkte deutscher Parteien zu EDIS

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